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Manfred Kriegel 1973
FOTO - Aufnahme: STASI - ROTER - OCHSE/ Halle (Saale)

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Autor, Manfred Kriegel

liest zur Leipziger Buchmesse: 2010
aus seinem Buch
am:

21.3. 2010 von 13.00 Uhr - 13.30 Uhr
                                                                                                                        
erschienen im Projekte-Verlag Halle/ Saale                                                                                                                                                         Moderation: Cornelius Hahn,
Projekte-Verlag, Halle/ Saale
                                                                                                                                    
in der Halle 5 / Stand B 101





“Manfred Kriegel”

 

Haftbefehl 2.11.1973

Als Manfred Kriegel am 21.1.1947 im Osten Deutschlands (SBZ) Sowetische

Besatzungszone geboren wurde, wächst er unfreiwillig in einem Land auf in dem

Menschenrechte missachtet wurden. Seine kindliche Welt mit den Entbehrungen der frühen Nachkriegszeit, scheint ihm

trotzdem noch in Ordnung zu sein. Häufige Umzüge der Eltern, der Vater war vom Beruf Melkermeister und die Mutter

Melkerin und somit war er oft auf sich gestellt. Die lange Arbeitszeit seiner Eltern ließen ihn selbstständig werden, aber sie

vernachlässigten ihn in keiner Weise. 1957 besuchte er mit seinen Eltern Verwandte in Köln, ein unvergessliches Erlebnis für

den damals Zehnjährigen Jungen. Eigentlich, wollten Vater und Mutter im Westen bleiben, aber mehrere widrige Umstände
 
verhinderten diesen Entschluss.
Wohnungsnot und selbst seine herzlose Tante die Schwester seiner Mutter, die Anfang

der fünfziger Jahre aus der SBZ in den Westen abgehauen war wollte mit Ostzonen Pack nichts mehr zu tun haben.

Über ein dreiviertel Jahr blieben sie im Westen, der Sohn Manfred im Heim, die Mutter

in einem katholischen Altersheim als Köchin hier hatte sie ein Zimmer und der Vater arbeitete in einem Stahlwerk und wohnte
 
in einem Container.
Nun fasste sein Vater wegen der Zerrissenheit der Familie den Entschluss, wieder in den

Osten zu gehen. Jetzt war Manfreds Schicksal vorgeschrieben. Im Aufnahmelager Eisenach trennte man Vater und Sohn sofort
und nun wurde
Manfred im sozialistischen Sinn mit Gleichaltrigen gedrillt.  Nun war der Grundstein

gelegt und es entwickelte sich eine gesunde Abneigung gegen den Arbeiter und Bauernstaat.

Schon mit 15 Jahren beging er seinen ersten Fluchtversuch und die Ostsee sollte es sein die ihm in die Freiheit bringen sollte.

Er skizziert sein Leben nach diesem Versuch, trostlos und von einer Überwachungsmaschine (STASI), den miesen Alltag dieser
DDR-Diktatur.
Manfred reiste mit zwei guten Freunden und einer Reisegruppe nach Bulgarien um sich

dort abzusetzen. Über Jugoslawien in das westliche Ausland plante er zu fliehen und doch bricht er die Flucht ab. Wieder zu

hause in der DDR verliebte er sich in ein
Mädchen und diese Liebe verdrängte erst einmal, aber nur kurz den Gedanken die DDR zu verlassen. Und wieder war es wieder eine Frau, die ihm verhalf einen Job bei der Deutschen Reichsbahn zu

bekommen.

1972 Fluchtversuch über die CSSR mit Freifahrtschein von der Deutschen Reichsbahn. Erst Rangierer, dann durch einen

Unfall Reichsbahnschule Erfurt und anschließend
Stellwerksmeister beim Bahnhof Weißenfels.

1973 versetzt nach Gerstungen im “Rahmen sozialistischer Hilfe” direkt an die Westgrenze. Fluchtversuche erfolglos

verlaufen.
1973 Fluchtversuch wieder CSSR mit Freifahrschein der Deutschen Reichsbahn, erwischt auf dem Todesstreifen

und im Zuchthaus Brno-Bohunice für 3 Wochen
eingesperrt und danach in die DDR ausgewiesen.

Station in Dresden Stasi-Gefängnis und das “Runde Eck” Leipzig lernte er kurz kenne.

Der “Rote Ochse” Stasi-Gefängnis in Halle Saale, wurde seine Unterkunft für 7 Monate Einzelhaft und hier begann die Odysse des anders denkenden Strafgefangenen Nr.48. Er erzählt von Kontakten zu anderen Häftlingen, durch Klopfzeichen

und über die
Fäkalien Rohre. Er nahm kein Blatt vor dem Mund und ließ sich durch nichts einschüchtern.

Seinen Peinigern gefiel diese Aufmüpfigkeit überhaupt nicht. Aber die Erziehungsmaßnahmen die man ihm auferlegte trugen keine Früchte. Nach dem Urteil vom Kreisgericht Weißenfels “4 Jahre“, brachte man ihn ins Zuchthaus

“Gläserner Sarg” Brandenburg.

Sieben Monate mit Mördern und Schwerverbrechern auf einer Zelle und wiederholte

Erziehungsprogramme, brachten wiederum nicht den erhofften Erfolg den sie sich wünschten um ihn zu brechen.

Auch diese Odyssee durchlaufen, brachte man ihm nach Karl-Marx-Stadt heute Chemnitz um zur Ausweisung und zum Verkauf
in den Westen vorzubereiten.
Nun kam bald der Westbus vorgefahren ins Zuchthaus der Stasi und die Fahrt in die
Freiheit sollte nun beginnen. Über Herleshausen, Gießen Aufnahmelager kam er dann schnell am Ziel seiner Träume an. Bundesland Hessen, Wiesbaden war seine neue Heimat. Seinen Traum den er geträumt hat, im Roten Ochsen, Zuchthaus Brandenburg, Karl-Marx-Stadt, Gießen Aufnahmelager in Hessen und erst einmal Endstation Wiesbaden, ging somit in Erfüllung.

 

 

 
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